B2 Goethe Zertifikat May 2026
Pedro prostete ihr zu. "Auf die nächste Station. Vielleicht C1?"
Also saß Lena an einem regnerischen Montagmorgen vor ihrem Laptop und klickte auf "Anmeldung: Goethe-Zertifikat B2 – Prüfungstermin 15. Juni". Ihr Herz klopfte. Die Gebühr von 250 Euro war hoch. Die Angst vor dem Scheitern war höher.
Der 15. Juni war heiß. Lena trug ein weißes Leinenhemd – darunter verbarg sich ein Schweißausbruch. Im Goethe-Institut saßen 15 andere Kandidaten: eine Ärztin aus Syrien, ein Student aus Vietnam, ein Rentner aus Polen. Alle zitterten still vor sich hin. b2 goethe zertifikat
"Sehr geehrte Damen und Herren, ich wohne seit dem 1. Mai in der Wohnung Schillerstraße 12. Leider muss ich mich über mehrere Mängel beschweren. Erstens beginnt die Baustelle gegenüber jeden Morgen um 6 Uhr mit Presslufthämmern. Das ist eine unzumutbare Lärmbelästigung. Zweitens ist der Aufzug seit zwei Wochen defekt. Da ich im 4. Stock wohne, ist es für mich sehr schwierig, die Einkäufe hochzutragen. Drittens sind die Fenster undicht, sodass es bei Regen auf die Fensterbank tropft. Ich fordere Sie auf, sich schnellstmöglich um diese Probleme zu kümmern. Andernfalls sehe ich mich gezwungen, die Miete zu mindern. Mit freundlichen Grüßen, Lena Müller."
Lena sprach. Ihre Stimme zitterte am Anfang, aber dann floss es. "Ich finde, dass Sport benotet werden sollte, aber nicht nur nach Leistung, sondern auch nach Engagement." Pedro prostete ihr zu
Die mündlichen Prüfungen fanden paarweise statt. Lena war mit einem jungen Mann aus Italien namens Marco eingeteilt. Sie hatten 15 Minuten Vorbereitungszeit für einen gemeinsamen Vortrag. Das Thema: "Sollte Sport an Schulen benotet werden?"
In der Pause aß Lena einen Müsliriegel. Eine junge Frau aus der Prüfungsgruppe weinte leise in der Ecke. "Ich habe den zweiten Hörtest komplett nicht verstanden", schluchzte sie. Lena wollte trösten, aber ihr eigenes Magen grummelte vor Angst. Die Angst vor dem Scheitern war höher
Sie ging auf die Toilette, schaute in den Spiegel und sagte leise: "Lena, du hast drei Jahre Deutsch gelernt. Du liest Nachrichten auf Tagesschau.de. Du verstehst Pedros Familie aus Andalusien. Du kannst das." Es half ein wenig.